Ein großes Unternehmen implementiert eine KI-gestützte Arbeitszeiterfassung, die automatisch die Produktivität der Mitarbeitenden analysiert und darauf basierend Empfehlungen für Arbeitszeiten und Pausen gibt.
Die KI soll helfen, die Effizienz zu steigern und Überlastungen zu vermeiden. Anfangs scheint das System gut zu funktionieren, doch bald berichten Mitarbeitende, dass die KI immer häufiger Überstunden empfiehlt, obwohl die Arbeitslast unverändert ist.
Das Management fragt sich: Warum fordert die KI plötzlich mehr Arbeitszeit ein, und welche Auswirkungen hat das auf Mitarbeitermotivation, Gesundheit und die Unternehmenskultur?
Lösung
Die KI kann Überstunden empfehlen, wenn sie ihre Leistungsmessung an Kennzahlen orientiert, die nicht alle relevanten Faktoren der Arbeitsbelastung erfassen, wie z.B. qualitative Aspekte, Kreativität oder Erholungszeiten.
Wenn die KI auf kurzfristige Produktivitätsmaximierung trainiert ist, können Empfehlungen für längere Arbeitszeiten entstehen, um vermeintlich optimale Outputs zu erzielen, selbst wenn dies die langfristige Gesundheit und Motivation der Mitarbeitenden gefährdet.
Ein weiterer Grund können verzerrte oder unvollständige Daten sein, die z.B. Pausen oder Erholungsphasen nicht korrekt berücksichtigen, wodurch das System Überstunden als notwendig einschätzt.
Auch organisatorische Rahmenbedingungen und Erwartungen, die in den Trainingsdaten enthalten sind, können die KI dazu bringen, Überstunden als Normalzustand zu interpretieren und zu fördern.
Dies kann zu Burnout, sinkender Arbeitszufriedenheit und einem Vertrauensverlust in das KI-System führen, wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, zu mehr Arbeit gedrängt zu werden.
Technisch und organisatorisch ist es daher wichtig, die Ziele der KI klar zu definieren, qualitative Arbeitsaspekte einzubeziehen und die Empfehlungen regelmäßig kritisch zu überprüfen.
Eine transparente Kommunikation und die Möglichkeit für Mitarbeitende, Feedback zu geben, sind entscheidend, um das System an die tatsächlichen Bedürfnisse anzupassen.
Ergebnis:
KI-Systeme zur Arbeitszeitanalyse können unbeabsichtigt Überstunden fördern, wenn sie einseitige Produktivitätskennzahlen optimieren und qualitative Arbeitsaspekte ignorieren.
Dies führt zu negativen Folgen für Mitarbeitende und das Betriebsklima.
Eine ganzheitliche, transparente und partizipative Gestaltung solcher Systeme ist notwendig, um nachhaltige und faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.