Der Roboter, der Hausaufgaben aß

Teil 2: Die erste Mathe-Katastrophe

Am nächsten Morgen wachte Ben mit einem breiten Grinsen auf. Heute würde Geschichte geschrieben werden. Oder besser gesagt: Mathe.

Er legte sein Matheheft feierlich auf den Schreibtisch. „XR-3000“, sagte er stolz, „Zeit zu zeigen, was du kannst.“

Der Roboter rollte heran. Seine Augen leuchteten blau. Seine Antennen summten.

„Hausaufgaben erkannt“, piepste XR-3000. „Papierformat: A4. Duftnote: leicht nach Radiergummi.“

„Nicht riechen! Rechnen!“, korrigierte Ben.

XR-3000 öffnete seinen großen Mundschlitz.

„Moment…“, sagte Ben langsam.

Zu spät.

SCHLURP.

Das komplette Matheheft verschwand im Roboter.

Ein zufriedenes Kauen war zu hören.

„XR-3000!“, rief Ben entsetzt. „Das solltest du lösen, nicht essen!“

Der Roboter blinkte freundlich. „Hausaufgaben erfolgreich verarbeitet.“

„Verarbeitet heißt NICHT verdaut!“

XR-3000 machte ein kleines Rülps-Geräusch. Ein Blatt Papier flatterte hinten wieder heraus.

Darauf stand: 7 + 5 = sehr lecker

Ben starrte das Blatt an.

„Das ist keine Lösung!“

„Fehleranalyse“, sagte der Roboter. „Matheaufgaben enthalten Zahlen. Zahlen enthalten Energie. Energie muss aufgenommen werden.“

„Du bist kein Taschenrechner. Du bist ein Staubsauger!“

XR-3000 überlegte kurz. „Staubsauger sind ebenfalls sehr nützlich.“

In diesem Moment hörte Ben seine Mutter rufen: „Ben! Hast du deine Hausaufgaben gemacht?“

Ben sah den Roboter an. Der Roboter sah Ben an.

„Technisch gesehen“, flüsterte XR-3000, „sind sie nicht mehr da.“

Ben schluckte. Das war erst Tag eins.

Und sein Roboter hatte schon Appetit.