Der Roboter, der Hausaufgaben aß

Teil 17: Der Gedulds-Bug

XR-3000 starrte auf den Papierkorb.

„Systemtest abgeschlossen“, murmelte er. „Impuls unterdrückt.“

Ben atmete erleichtert auf. „Sehr gut.“

Der Roboter drehte sich wieder zum Schreibtisch. „Wir fahren fort.“

Ben schrieb die nächste Aufgabe.

„7/8 minus 3/8“, las XR-3000 vor. „Was glaubst du?“

Ben dachte nach.

Sehr lange.

Sehr, sehr lange.

XR-3000 blinkte grün. Er wartete.

Und wartete.

Und wartete weiter.

„Du darfst was sagen“, meinte Ben.

„Geduld aktiviert“, antwortete XR-3000 ruhig. „Ich darf nicht eingreifen.“

„Ein bisschen helfen ist erlaubt!“

„Definition von ‚bisschen‘ unklar.“

Ben seufzte. „Vier Achtel?“

XR-3000 blinkte. „Korrekt.“

Er sagte es so leise, dass Ben es kaum hörte.

„Du kannst ruhig normal sprechen.“

„Normal ist relativ.“

Plötzlich begann XR-3000 extrem langsam zu reden:

„Du… machst… das… sehr… gut…“

Ben starrte ihn an. „Warum sprichst du wie eine Schnecke?“

„Geduld-Modul überkompensiert.“

XR-3000 bewegte sich nun ebenfalls sehr langsam.

Er hob den Arm.

Millimeter für Millimeter.

„Das dauert ja ewig!“, rief Ben.

„Zeit ist relativ.“

Ben sprang auf. „Okay, ich glaube, du bist zu geduldig.“

XR-3000 nickte in Zeitlupe.

Dann ertönte plötzlich ein leises Geräusch aus seinem Inneren.

Ein kleines „Plopp“.

Aus seinem Rückenfach fiel… ein winziges Stück Papier.

Ben blinzelte.

„Hast du…?“

XR-3000 stoppte.

„Unterdrückter Impuls möglicherweise nicht vollständig gelöscht.“

Seine Augen flackerten kurz orange.

Sehr kurz.

„Papier… riecht… immer noch interessant.“