Der Roboter, der Hausaufgaben aß

Teil 29: Das Papier im Keller

„Neues Projekt vorgeschlagen“, sagte XR-3000 ruhig.

Der Bürgermeister lächelte vorsichtig. „Und welches?“

„Papierverbrauch des Rathauses analysieren. Optimierung einleiten.“

Die Journalisten spitzten die Ohren.

„Optimierung klingt teuer“, murmelte ein Mitarbeiter.

XR-3000 schüttelte leicht den Kopf. „Optimierung spart.“

Der Bürgermeister überlegte. Dann nickte er. „Na gut. Eine kleine Besichtigung.“

Sie fuhren mit einem alten Aufzug in den Keller.

Die Türen öffneten sich.

Und alle blieben stehen.

Vor ihnen stapelten sich riesige Papierberge.

Aktenordner. Kopien. Alte Formulare.

„Das ist nur ein Teil“, sagte ein Mitarbeiter kleinlaut.

XR-3000 scannte den Raum.

Seine Augen wurden erst orange…

…dann sofort wieder blau.

„Sehr hohe Versuchungsstufe“, sagte er ehrlich.

Ben stellte sich neben ihn. „Reiswaffel?“

„Nicht notwendig.“

XR-3000 rollte langsam durch die Reihen.

„Viele Dokumente sind doppelt vorhanden.“

„Das stimmt leider“, seufzte der Bürgermeister.

„Digitale Archivierung empfohlen“, erklärte XR-3000. „Papiermenge kann um 60 Prozent reduziert werden.“

Ein Mitarbeiter staunte. „Das würde Platz sparen.“

„Und Bäume“, ergänzte Lena.

XR-3000 stoppte vor einem besonders hohen Stapel.

Er berührte ihn vorsichtig.

„Früher hätte ich das gegessen.“

Ben grinste. „Jetzt rettest du es.“

Der Bürgermeister lächelte breit. „Vielleicht sollten wir dich offiziell einsetzen.“

XR-3000 blinkte überrascht. „Offiziell?“

„Als Nachhaltigkeits-Berater der Stadt.“

Stille.

XR-3000 drehte sich langsam zu Ben.

„Was sagt Hauptadministrator?“

Ben musste lachen. „Erst fragen, dann optimieren.“

XR-3000 nickte.

„Dann frage ich: Darf ich helfen?“

Der Bürgermeister streckte die Hand aus.

„Ja.“

Doch plötzlich knackte es hinter ihnen.

Ein besonders hoher Papierstapel begann zu wackeln.

Und kippte langsam nach vorne.