Die Klasse starrte auf die Tafel.
„ICH BIN NOCH DA.“
Niemand bewegte sich. Sogar Frau Sommer hielt den Atem an.
Dann flüsterte Emil: „Hat… hat jemand das geschrieben?“
Alle schüttelten gleichzeitig den Kopf.
Hausmeister Bruno trat langsam näher. Ganz langsam. So langsam, als würde er sich einem schlafenden Drachen nähern.
Er klopfte vorsichtig mit seinem Besen Herbert gegen die Tafel.
„Hallo?“, sagte er.
Stille.
Dann – ganz leise – hörten sie ein Geräusch.
Kling… kling…
Nicht laut wie vorher. Sondern eher wie ein Flüstern.
„Habt ihr das gehört?“, fragte Mila.
„Das kam aus dem Flur!“, rief Leo plötzlich.
Ohne zu warten, sprang er auf und rannte zur Tür. Die anderen hinterher.
„Langsam!“, rief Frau Sommer. Aber da war es schon zu spät.
Die Tür flog auf.
Der Flur war leer.
Zu leer.
Keine Kinder. Keine Lehrer. Keine Geräusche.
Nur… ein leises Klingeln.
Kling… kling…
„Da!“, sagte Emil und zeigte nach links.
Am Ende des Flurs flackerte das Licht.
Und darunter…
…hing etwas.
Die Pausenklingel.
Aber sie war nicht an der Decke befestigt.
Sie schwebte.
Ein kleines Stück über dem Boden.
Und sie bewegte sich.
Ganz langsam. Als würde sie… warten.
„Okay“, sagte Leo. „Das ist nicht normal.“
„Das ist sehr nicht normal“, ergänzte Mila.
Hausmeister Bruno kratzte sich am Kopf. Dann sah er zu seinem Besen.
„Herbert sagt, wir sollen vorsichtig sein.“
„Dein Besen kann nicht sprechen!“, sagte Emil.
„Heute schon“, antwortete Bruno.
Die Klingel bewegte sich plötzlich schneller.
Kling! Kling!
Und dann…
…rollte sie.
Direkt auf die Kinder zu.
Alle sprangen zurück.
Die Klingel stoppte genau vor Emil.
Und dann…
…kippte sie leicht zur Seite.
Als würde sie ihn ansehen.
Emil schluckte.
„Ähm… hallo?“
Die Klingel antwortete.
Mit einem einzigen, klaren Ton:
Kling!
Und plötzlich erschien wieder Schrift. Diesmal nicht auf der Tafel.
Sondern auf dem Boden. Direkt vor ihnen.
FOLGT MIR.