Die unsichtbare Pausenklingel

Teil 3: Der geheime Raum hinter dem Flur

Die Worte „FOLGT MIR“ leuchteten auf dem Boden.

Niemand sagte etwas.

Dann machte Leo einen Schritt nach vorne. „Also… ich folge.“

„Natürlich tust du das“, murmelte Emil.

Die Klingel setzte sich in Bewegung.

Kling… kling…

Langsam rollte sie den Flur entlang.

Die Kinder folgten ihr. Ganz vorsichtig.

Das Licht flackerte wieder.

Die Wände sahen plötzlich anders aus. Dunkler. Älter.

„War das hier schon immer so?“, flüsterte Mila.

„Nein“, sagte Emil sofort. „Hier hängen normalerweise Mathe-Plakate.“

Hausmeister Bruno blieb stehen.

„Herbert sagt, wir sind jetzt im alten Teil der Schule.“

„Es gibt einen alten Teil?!“, fragte Leo.

„Jede Schule hat einen alten Teil“, sagte Bruno geheimnisvoll.

Die Klingel stoppte vor einer Wand.

Einfach… vor einer Wand.

„Und jetzt?“, fragte Mila.

Kling!

Die Wand vibrierte leicht.

Dann erschien eine Tür.

Einfach so.

„Ich nehme alles zurück“, sagte Emil. „Das ist nicht nur nicht normal. Das ist komplett verrückt.“

Die Tür knarrte langsam auf.

Dahinter war ein Raum.

Voll mit alten Dingen.

Kaputte Uhren. Alte Tafeln. Vergilbte Hefte.

Und in der Mitte…

…stand eine riesige, alte Klingelmaschine.

Mit Zahnrädern. Hebeln. Und ganz vielen Kabeln.

„Das ist die ursprüngliche Schulklingel“, flüsterte Bruno.

„Die wurde vor Jahren abgeschaltet.“

Die kleine schwebende Klingel rollte langsam darauf zu.

Kling… kling…

Dann blieb sie stehen.

Und plötzlich…

…begannen sich die Zahnräder zu bewegen.

Ganz langsam.

Ganz knarrend.

„Ähm… war das geplant?“, fragte Leo.

„Nein“, sagte Bruno.

Die Maschine wurde schneller.

Und lauter.

KRRR… KRRR… KLING!

Die kleine Klingel sprang plötzlich nach oben.

Und verschwand…

…in der großen Maschine.

Stille.

Dann erschien auf einer alten, staubigen Tafel im Raum ein neuer Satz:

ZU SPÄT.