Die Kinder standen wie eingefroren im Flur.
Alles sah gleich aus…
Und doch völlig anders.
„Das ist unsere Schule“, flüsterte Mila.
„Aber neu“, ergänzte Emil.
Die Farben waren frischer. Die Türen glänzten. Und an den Wänden hingen ganz andere Bilder.
„Ich glaube… wir sind wirklich in der Vergangenheit“, sagte Leo.
Hausmeister Bruno sah sich langsam um.
„Das hier… kenne ich“, murmelte er.
Er zeigte auf eine Tür.
„Da war früher mein Klassenzimmer.“
„Früher?“, fragte Emil.
Bruno nickte. „Als ich selbst Schüler war.“
Die Kinder sahen ihn mit großen Augen an.
„Du warst mal Schüler?!“, fragte Leo überrascht.
„Sehr witzig“, sagte Bruno.
Plötzlich ging die Klassenzimmertür auf.
Eine Gruppe Kinder kam heraus.
Sie sahen… altmodisch aus.
Andere Kleidung. Andere Frisuren.
Und mitten unter ihnen…
…stand ein Junge.
Er hatte dieselbe Mütze wie Bruno.
Und denselben erstaunten Blick.
Bruno erstarrte.
„Das… bin ich.“
Die anderen starrten ihn an. Dann den Jungen. Dann wieder Bruno.
„Das bist wirklich du“, sagte Mila.
Der junge Bruno sah direkt zu ihnen.
„Wer seid ihr?“, fragte er neugierig.
Niemand antwortete.
„Ähm… Besucher“, sagte Leo schnell.
„Besucher in unserer Schule?“, fragte der junge Bruno.
„Ja… wir schauen uns nur um“, ergänzte Emil.
In diesem Moment ertönte wieder das Geräusch.
Kling…
Ganz leise.
Ganz nah.
Alle drehten sich um.
Am Ende des Flurs…
…schwebte die kleine Klingel wieder.
Jetzt sah sie anders aus.
Älter. Rostiger.
„Sie gehört hierher“, flüsterte Mila.
„Oder sie ist von hier“, sagte Emil.
Die Klingel bewegte sich langsam rückwärts.
Als würde sie sie locken.
„Wir müssen ihr folgen“, sagte Leo.
„Schon wieder?“, fragte Emil.
„Hast du einen besseren Plan?“
„Nein.“
Hausmeister Bruno nickte. „Herbert sagt, wir sollen herausfinden, was hier passiert.“
Der junge Bruno runzelte die Stirn.
„Wer ist Herbert?“
„Das erkläre ich dir später“, sagte Bruno schnell.
Die Klingel verschwand um die Ecke.
Kling…
Und an der Wand erschien ein neuer Satz:
FINDEN SIE MICH, BEVOR ES ZU SPÄT IST.