Die unsichtbare Pausenklingel

Teil 10: Alles wieder im Takt

Das Licht wurde immer heller.

Die Welt begann zu verschwimmen.

Der Schulhof löste sich auf. Der Junge verschwand langsam.

Doch bevor er ganz weg war, lächelte er.

„Danke“, sagte er leise.

Dann war er verschwunden.

Kling!

Ein klarer, kräftiger Ton erfüllte alles.

Und plötzlich…

…standen die Kinder wieder im Klassenzimmer.

Frau Sommer stand vorne.

Die Tafel war sauber.

Und Emil saß wieder auf seinem Platz.

„Sieben mal acht?“, fragte Frau Sommer.

Emil blinzelte.

„Ähm… sechsundfünfzig?“

Frau Sommer lächelte. „Richtig.“

Leo beugte sich zu ihm. „Ist das gerade wirklich passiert?“

„Ich glaube schon“, flüsterte Emil.

Mila grinste. „Ich auch.“

Hinten im Raum stand Hausmeister Bruno.

Er zwinkerte ihnen zu.

Und hielt seinen Besen Herbert hoch.

„Alles wieder im Takt“, murmelte er.

In diesem Moment ertönte die Pausenklingel.

RRRIIING!

Diesmal genau zur richtigen Zeit.

Die ganze Klasse sprang auf.

„Pause!“, rief Leo.

Frau Sommer nickte. „Ja, jetzt wirklich Pause.“

Die Kinder rannten nach draußen.

Die Sonne schien. Alles war normal.

Oder fast normal.

Denn als Emil an der Wand vorbeiging, sah er etwas.

Ganz klein.

Fast unsichtbar.

Ein Satz.

Danke, dass ihr mir zugehört habt.

Emil lächelte.

„Jeder braucht manchmal ein bisschen mehr Zeit“, sagte er leise.

Und irgendwo, ganz leise, antwortete es:

Kling.