Die Stadt der tausend Farben

Teil 5: Der erste Versuch

Alle Augen waren auf Kiko gerichtet.

„Ich… soll das machen?“, fragte er unsicher.

Die Eule nickte.

„Der Farbkern reagiert auf Vielfalt.“

„Und du bist… anders.“

Kiko sah auf den leeren Platz in der Maschine.

Sein Herz klopfte schneller.

„Okay“, sagte er leise.

Langsam hüpfte er näher.

Ganz vorsichtig streckte er seine Hand aus…

…und berührte den Farbkern.

Einen Moment lang passierte nichts.

Dann…

…flackerte ein kleines Licht auf.

Ganz schwach.

„Es funktioniert!“, rief der Roboter-Pinguin.

Doch das Licht flackerte.

Zitterte.

Und ging wieder aus.

Stille.

Kiko zog seine Hand zurück.

„Ich hab’s kaputt gemacht…“, murmelte er.

„Nein“, sagte die Eule ruhig.

„Du hast es geweckt.“

Der Bildschirm blinkte.

REAKTION ERKANNT NICHT AUSREICHEND

Kiko sah auf.

„Nicht ausreichend?“

Der Roboter-Pinguin piepte.

„Eine Vielfalt reicht nicht.“

„System benötigt mehrere Unterschiede.“

Mila trat nach vorne.

„Also reicht es nicht, wenn nur Kiko anders ist.“

Der Waschbär nickte.

„Wir müssen alle… anders sein.“

Stille.

Die Tiere sahen sich gegenseitig an.

„Aber… wir sind doch alle gleich geworden“, sagte das Chamäleon leise.

„Wir wollten so sein wie die anderen.“

Kiko schluckte.

Dann sagte er:

„Vielleicht… müssen wir einfach wieder wir selbst sein.“

Die Eule lächelte leicht.

„Genau.“

Der Bildschirm flackerte erneut.

AKTIVIERUNG MÖGLICH WENN VIELFALT ZURÜCKKEHRT

Die ganze Stadt war plötzlich ganz still.

Als würde sie nachdenken.