Die Stadt der tausend Farben

Teil 6: Jede Farbe zählt

Die Tiere standen im Farbzentrum.

Still.

Unsicher.

„Wie sollen wir das machen?“, fragte das Eichhörnchen.

„Wir haben unsere alten Farben doch verloren.“

Kiko schüttelte den Kopf.

„Vielleicht sind sie nicht weg.“

„Vielleicht haben wir sie nur versteckt.“

Alle sahen ihn an.

„Versteckt?“

Kiko nickte.

„Weil wir dachten, wir müssen so sein wie die anderen.“

Stille.

Dann trat das Chamäleon nach vorne.

„Früher mochte ich meine echten Farben“, sagte es leise.

„Nicht nur die, die alle cool fanden.“

Sein Körper begann leicht zu schimmern.

Ein kleines Grün erschien.

Ganz vorsichtig.

„Ich mochte meine Streifen“, sagte das Eichhörnchen.

Und plötzlich erschienen dünne Linien auf seinem Fell.

Nicht neon.

Aber echt.

Nach und nach traten mehr Tiere vor.

Jeder erinnerte sich.

Jeder wurde ein bisschen… er selbst.

Und mit jeder neuen Farbe…

…leuchtete der Raum ein kleines Stück heller.

Kiko trat wieder zum Farbkern.

Diesmal war er nicht allein.

Er legte seine Hand darauf.

Und die anderen kamen näher.

Ganz unterschiedlich.

Ganz verschieden.

Ganz sie selbst.

Der Farbkern begann zu leuchten.

Stärker.

Heller.

Bunter.

KRRR… KLING!

Ein Lichtstoß erfüllte den Raum.

Und plötzlich…

…war die Stadt wieder voller Farben.

Aber anders als vorher.

Nicht nur grell.

Sondern vielfältig.

Einzigartig.

Echt.

Die Eule lächelte.

„Das ist Farbopolis, wie sie sein sollte.“

Das Chamäleon sah Kiko an.

„Du warst nie langweilig.“

Kiko grinste.

„Ich war nur… ich.“

Der Roboter-Pinguin piepte fröhlich.

„System stabil.“

„Vielfalt wiederhergestellt.“

Und hoch über den Wolken leuchtete die Stadt heller als je zuvor.

Weil sie verstanden hatte:

Dass jede Farbe zählt.