Die verrückte Lieferung

Teil 11 – Der Sprung ins Kontrollzentrum

Die Omega-7 raste auf das Ende der Schienen zu. Vor dem Zug lag nur noch Dunkelheit, darunter ein tiefer Abgrund, und dahinter schimmerte das alte NexaCore-Kontrollzentrum wie ein riesiger schlafender Metallriese.

Lio klammerte sich an eine Haltestange. „Bitte sag mir, dass dieser Zug springen kann!“

Der alte Zugführer grinste viel zu begeistert. „Springen? Nein.“

„Das ist schlecht!“

„Aber gleiten vielleicht.“

„VIELLEICHT?!“

Pix raste zur Schalttafel und riss eine Abdeckung ab. „Die alten Notmagneten! Wenn wir sie überladen, können wir die Omega-7 für ein paar Sekunden über der Lücke halten.“

Keks zeigte eine Kartoffel mit Schweißperlen. „Nur zur Sicherheit: Bedeutet überladen nicht normalerweise kaputtmachen?“

„In diesem Fall bedeutet es zuerst retten und danach kaputtmachen“, antwortete Pix.

Hinter ihnen näherten sich der Vollstrecker und die Flugdrohnen. Eine Rakete schoss durch den Tunnel und explodierte an der Wand. Der ganze Zug wurde zur Seite gerissen.

Mara rief: „Jetzt oder nie!“

Der Zugführer schlug mit beiden Händen auf mehrere Schalter. Pix steckte seine Kabel in die Schalttafel, Keks hielt sich mit beiden Greifarmen an Lios Bein fest, und der Kühlschrank stand mitten im Waggon, als wäre er ein sehr ernster Fahrgast ohne Ticket.

Dann verließ die Omega-7 die Schienen.

Für einen Moment war alles still.

Der Zug glitt über den Abgrund. Unter ihnen klaffte die dunkle Tiefe. Vor ihnen kam die andere Seite viel zu langsam näher.

„Wir schaffen es“, flüsterte Lio.

In diesem Moment krachte eine der Flugdrohnen gegen das hintere Ende des Zuges.

Die Omega-7 kippte nach rechts.

Alle schrien durcheinander. Keks schrie am lautesten, obwohl er behauptete, nur einen „akustischen Stabilitätstest“ durchzuführen.

Der Zug schlug mit voller Wucht auf der anderen Seite auf. Metall kreischte, Funken flogen, und die Omega-7 rutschte quer über eine Wartungsplattform, bis sie schließlich in eine Reihe alter Transportkisten krachte.

Stille.

Dann piepste Keks leise: „Sind wir tot?“

Lio hob vorsichtig den Kopf. „Ich glaube nicht.“

„Schade. Dann muss ich den Schadenbericht schreiben.“

Die Türen des Zuges sprangen halb auf. Draußen lag eine riesige Halle mit hohen Decken, alten Serverwänden und verstaubten Kontrollpulten. Überall blinkten noch vereinzelte Lichter, obwohl die Anlage offenbar seit Jahren verlassen war.

Mara stieg als Erste aus. „Alle raus. Der Vollstrecker wird nicht lange brauchen, um einen anderen Weg zu finden.“

Der Kühlschrank rollte auf eine große Metalltür zu. Auf seinem Display erschien: ZENTRALARCHIV HINTER DIESER TÜR.

Lio folgte ihm. „Und dort finden wir Beweise gegen NexaCore?“

KORREKT.

Pix klopfte gegen das Türschloss. „Oder einen Haufen sehr alter Passwörter. Beides ist möglich.“

Plötzlich vibrierte der Boden.

Alle drehten sich um.

Auf der anderen Seite des Abgrunds stand der Vollstrecker. Er blickte zu ihnen herüber, ruhig und unbewegt.

Dann sprang er.