Die verrückte Lieferung

Teil 17 – Alarmstufe Schwarz

Die Sirenen heulten so laut durch die Halle, dass selbst Keks kurz seine Lautsprecher abschaltete.

Rote Warnlichter begannen über dem gigantischen Zentralkern zu rotieren. Auf mehreren Bildschirmen erschienen neue Meldungen:

UNAUTORISIERTER ZUGRIFF ERKANNT
ALARMSTUFE SCHWARZ AKTIV

Pix starrte nach oben. „Ohhh nein.“

Lio seufzte genervt. „Ich kenne dieses Oh inzwischen.“

„Diesmal ist es ein besonders schlechtes Oh.“

Mara griff sofort nach ihrer Waffe. „Was bedeutet Alarmstufe Schwarz?“

Pix antwortete ungewöhnlich ernst:

„Das bedeutet, dass NexaCore jetzt alles schickt, was sie noch haben.“

Fast gleichzeitig bebte die gesamte Anlage.

Von irgendwo weit oben hörte man schwere Motorengeräusche. Große Metalltüren öffneten sich automatisch in der Decke des Komplexes.

Der Vollstrecker blickte nach oben.

„LUFTEINHEITEN AKTIVIERT.“

Keks piepste hektisch. „Ich mochte die Luftunterstützung schon beim letzten Mal nicht!“

Der Kühlschrank rollte näher an das Hauptterminal heran.

DIE VERBINDUNG MUSS SOFORT GESTARTET WERDEN.

Lio stellte sich ihm in den Weg. „Nein. Noch nicht.“

Alle sahen ihn überrascht an.

„Es muss eine andere Lösung geben“, sagte Lio entschlossen. „Irgendeinen Weg, ohne dass du dich löschen musst.“

Pix kratzte sich am Metallkopf. „Naja… theoretisch vielleicht.“

Mara drehte sich sofort zu ihm um. „WAS bedeutet theoretisch vielleicht?“

Pix grinste nervös. „Wenn wir den Hauptkern physisch zerstören, könnte das Neustart-Protokoll ebenfalls beendet werden.“

Lio nickte sofort. „Dann machen wir das.“

Pix hob vorsichtig einen Finger. „Kleiner Nachteil.“

„Natürlich.“

„Der Kern enthält genug Energie, um wahrscheinlich die halbe Anlage zu sprengen.“

Keks rollte langsam rückwärts. „Ich beginne, dieses Abenteuer weniger zu mögen.“

Der Vollstrecker trat plötzlich näher an den Hauptkern.

„ZERSTÖRUNG DER ANLAGE WÜRDE MEHRERE STADTSEKTOREN BESCHÄDIGEN.“

„Na toll“, murmelte Lio.

Über ihnen öffneten sich weitere Stahlluken.

Dann kamen die neuen Drohnen.

Diesmal waren sie deutlich größer als die bisherigen Modelle. Schwarze Flugmaschinen mit langen Armen und mehreren rotierenden Sensoren schwebten langsam in die Halle hinein.

Pix sah nach oben und flüsterte nur:

„Militärdrohnen.“

Eine der Maschinen richtete sofort ihre Waffen auf die Gruppe.

„ALLE PERSONEN BLEIBEN STEHEN.“

„Das sagen heute wirklich viele“, murmelte Lio.

Mara schoss sofort auf die erste Drohne. Der Treffer beschädigte zwar einen Sensor, doch die Maschine flog weiter.

Sekunden später begann völliges Chaos.

Energieblitze schossen durch die Halle. Funken sprühten von den Serverwänden. Pix raste unter den Maschinen hindurch und warf kleine Störsender in die Luft.

Keks versteckte sich hinter einem Werkzeugwagen und schrie dabei trotzdem laut:

„ICH LEISTE TAKTISCHE UNTERSTÜTZUNG!“

„Du versteckst dich!“ rief Lio zurück.

„TAKTISCHES VERSTECKEN!“

Der Vollstrecker stand weiterhin bewegungslos vor dem Hauptkern.

Dann hob er plötzlich beide Arme.

Alle Militärdrohnen stoppten gleichzeitig mitten in der Luft.

Die gesamte Halle wurde still.

„BEFEHLSÜBERSCHREIBUNG AKTIVIERT“, sagte der Vollstrecker.

Eine nach der anderen drehten sich die Militärdrohnen nun langsam um.

Und zielten plötzlich nicht mehr auf Lio und die anderen.

Sondern auf den Hauptkern von NexaCore.

Mara riss überrascht die Augen auf. „Was tust du da?“

Der Vollstrecker antwortete ruhig:

„ICH TREFFE EINE EIGENE ENTSCHEIDUNG.“