„Er ist kein Haushaltsgerät, er ist mein therapeutischer Assistenz-Dackel!“, rief Lukas verzweifelt, während der Zollbeamte am Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel skeptisch an seiner Brille herumnestelte.
Wurst schwebte exakt drei Zentimeter über dem Fließband der Gepäckkontrolle. Seine OLED-Augen leuchteten in einem unschuldigen Babyblau, während seine bionischen Schlappohren synchron im Takt der Lüftungsanlage wackelten.
„Junger Mann“, sagte der Beamte und tippte auf sein Handterminal. „Im Jahr 2026 ist vieles erlaubt. Hologramme, Robo-Katzen auf dem Schoß, meinetwegen auch diese sprechenden Smart-Koffer. Aber dieses Trumm von einem Hund hat einen integrierten Fusions-Akku und drei unlizenzierte Netzwerk-Schnittstellen. Wenn der im Flieger anfängt, das Cockpit zu hacken, haben wir ein Problem.“
„Einspruch, geschätzter Sicherheitsbeauftragter“, schaltete sich Wurst mit seiner tiefsten, autoritärsten Stimme ein. „Ich habe meine Flug-Algorithmen bereits an die Richtlinien der Lufthansa angepasst. Während des Flugs befinde ich mich im 'Körbchen-Modus'. Sollte die Crew jedoch minderwertigen Tomatensaft servieren, bin ich bereit, die Bordküche zu optimieren.“
Lukas schlug sich die Hand vor die Stirn. Hinter ihm in der Warteschlange begann bereits ein unruhiges Raunen. Er griff hektisch nach seinem Smartphone und rief Amina an. „Amina! Wurst wird verhaftet! Sie wollen ihn nicht an Bord lassen!“
Aminas Gesicht erschien auf seinem Display. Sie saß in einem hellen Café in Nairobi, im Hintergrund zwitscherten Vögel, und Kiko turnte auf ihrer Schulter herum. „Keine Panik, Lukas. Lass mich mal kurz mit dem Beamten sprechen.“
Lukas hielt das Display dem Zöllner hin. Amina schenkte dem Beamten ihr professionellstes, gewinnendstes Grafikdesigner-Lächeln. „Guten Tag, Officer. Mein Name ist Amina. Ich leite die Zertifizierungsstelle für KI-Haustier-Sicherheit in Ostafrika. Ich habe Wursts Code gestern gescannt. Wenn Sie auf Ihrem Terminal die Ausnahmegenehmigung für 'Fliegende Assistenzsysteme, Klasse B' aufrufen, finden Sie seine Registrierung. Ich habe sie vor zwei Stunden eingetragen.“
Der Beamte blickte vom Display auf sein Terminal, tippte etwas ein und zog überrascht die Augenbrauen hoch. „Tatsächlich. 'Wurst Weber-Nairobi-Express'. Na schön... Sie können durch. Aber wehe, das Ding bellt während des Steilflugs.“
Lukas atmete tief aus, packte Wurst unter den Arm – was sich anfühlte wie ein schwerer, warmer Heizkörper – und rannte zum Gate. „Amina, du bist ein Genie! Wie hast du das so schnell geschafft?“
„Kiko hat sich in das System des Hamburger Zolls geschlichen und die Datenbank ein bisschen... verschönert“, flüsterte Amina grinsend. „Und jetzt beeil dich. Dein Flieger hebt gleich ab. Nairobi wartet!“