Lena, Max und Sam blieben keuchend hinter der Ecke stehen, während die grellen Scheinwerfer die Straße wie ein Flutlicht ausleuchteten. Die Stimme wiederholte sich, diesmal noch eindringlicher: „Halt! Niemand verlässt jetzt diese Zone!“
„Super, das wird ja immer besser“, murmelte Max und warf einen nervösen Blick auf die Absperrung. „Wie sollen wir da jetzt bloß durchkommen?“
„Wir brauchen einen anderen Weg“, flüsterte Lena und schaute sich hektisch um. Die Straße war voll mit Polizisten und Sicherheitsleuten, die offensichtlich nach ihnen suchten. „Sam, du kennst dich hier aus, oder?“
„Ein bisschen“, antwortete Sam, „aber das hier ist nicht gerade der beste Moment für Sightseeing.“ Er lehnte sich vorsichtig um die Ecke und spähte. „Da drüben, zwischen den Häusern – ein schmaler Durchgang. Wenn wir da durchkommen, sind wir zumindest erstmal aus dem direkten Sichtfeld.“
„Klingt nach unserem einzigen Plan“, sagte Max und schnappte sich das Paket. „Los, bevor die hier noch mehr Leute aufbieten.“
Sie sprinteten los, huschten durch den engen Spalt zwischen zwei alten Mauern und landeten in einer kleinen, verlassenen Gasse. Die Dunkelheit umhüllte sie wie eine Decke, und für einen Moment kehrte Ruhe ein.
„Puh, das war knapp“, keuchte Lena und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Aber wir sind noch nicht aus dem Schneider. Die sind uns dicht auf den Fersen.“
„Und wir haben nicht viel Zeit“, ergänzte Sam. „Das Paket sagt, der Schatz liegt dort, wo Wasser und Himmel sich berühren. Der alte Leuchtturm am Hafen – das muss unser Ziel sein.“
„Okay, dann nichts wie hin“, sagte Max und zog seinen Rucksack enger. „Aber wir sollten vorsichtig sein. Wer auch immer diese Leute sind, die uns verfolgen, die geben nicht so schnell auf.“
Sie machten sich auf den Weg, rannten durch verwinkelte Straßen, vorbei an geschlossenen Läden und schlafenden Häusern. Die Stadt schlief fast, doch irgendwo in der Ferne hörten sie das entfernte Heulen von Sirenen. Die Jagd war in vollem Gange.
Plötzlich blieb Lena stehen und zeigte auf einen kleinen Platz. „Seht mal, da vorne! Jemand hat eine Botschaft an die Wand gesprüht.“
Max trat näher und las laut vor: „‚Wer zuerst den Stern erreicht, wird das Dunkel erhellen. Doch Vorsicht, denn nicht jeder Stern führt zum Ziel.‘“
„Na toll“, murmelte Sam. „Noch mehr Rätsel. Aber das passt irgendwie zu unserem Paket.“
„Also müssen wir den richtigen Stern finden“, überlegte Lena. „Vielleicht gibt es am Leuchtturm mehrere Sterne oder Marker? Wir müssen genau hinsehen.“
„Egal wie, wir dürfen uns keine Fehler erlauben“, sagte Max entschlossen. „Sonst sind wir die Nächsten, die im Dunkeln tappen.“
Sie setzten ihren Lauf fort, immer näher Richtung Hafen. Die Luft roch nach Salz und Meer, und in der Ferne blinkte das Licht des Leuchtturms wie ein Wächter in der Nacht.
Plötzlich hörten sie hinter sich schnelle Schritte, begleitet von gedämpften Stimmen. „Verdammt, die sind wieder da“, flüsterte Lena und zog Max und Sam in eine Seitengasse.
„Wir müssen uns aufteilen“, flüsterte Sam. „Wenn wir zusammen bleiben, sind wir leichter zu fassen. Aber wenn wir uns trennen, können wir die Gegner verwirren.“
„Klingt riskant“, gab Max zu. „Aber vielleicht haben wir keine Wahl.“
„Okay, dann machen wir’s so“, stimmte Lena zu. „Sam, du nimmst den linken Weg zum Hafen. Max und ich gehen rechts. Wir treffen uns beim Leuchtturm.“
Mit einem letzten Blick tauschten sie entschlossene Blicke und verschwanden in entgegengesetzte Richtungen. Das Herz pochte ihnen in der Brust, die Spannung war greifbar.
Während Lena und Max durch dunkle Gassen hetzten, sah Sam sich um und spürte die Augen der Verfolger auf sich. „Das hier wird kein Spaziergang“, dachte er. „Aber ich gebe nicht auf – nicht jetzt.“
Am Hafen angekommen, rannte Sam direkt auf den Leuchtturm zu, das Paket fest in der Hand. Doch als er die Tür erreichte, hörte er plötzlich ein Geräusch hinter sich – Schritte, die schneller wurden, und eine Stimme, die seinen Namen rief.
Er drehte sich um – und blickte in die kalten Augen eines Fremden, der ein finsteres Lächeln zeigte. „Du bist nicht der Einzige, der diesen Schatz will, Sam.“
Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Der Wettlauf hatte gerade erst begonnen – und das Spiel war noch lange nicht vorbei.