Die Tür schwang langsam auf, und im grellen Neonlicht von Akihabara stand eine Gestalt, die ihnen allen den Atem stocken ließ. „Was zum...“, flüsterte Aiko, als sie die bekannten Züge von Professor Saito erkannte – ihrem alten Geschichtslehrer, der plötzlich in diesem Chaos auftauchte, wirkte alles andere als Zufall.
„Professor? Was machen Sie hier?“, fragte Renji, während Haruto die Augen nicht von ihm wenden konnte. „Sie sollten an der Uni sein, nicht inmitten eines Verfolgungsjagd-Drama.“
Saito schüttelte den Kopf, seine Augen waren ernst. „Das hier ist kein Zufall, Renji. Ich habe euch gesucht – weil ich etwas herausgefunden habe. Etwas, das alles verändert.“
Haruto runzelte die Stirn. „Was denn? Und warum so geheim?“
Der Professor holte tief Luft. „Die Legende um den Tokio-Tower... sie basiert auf einer wahren Geschichte. Aber nicht irgendeiner Geschichte – einer Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise reicht. Die Organisation, die euch verfolgt, will nicht, dass das ans Licht kommt.“
Aiko trat näher. „Erzähl uns, was du weißt. Wir haben keine Zeit für Rätsel.“
Saito nickte und zog ein altes, vergilbtes Buch aus seiner Tasche. „Ich habe in den Archiven der Universität alte Aufzeichnungen gefunden. Darin steht, dass der Turm ursprünglich nicht nur als Sendeturm erbaut wurde, sondern auch als Überwachungsposten für geheime Experimente. Experimente, die mit Technologie arbeiten, die weit über das hinausgeht, was die Öffentlichkeit kennt.“
Renji schluckte. „Du meinst, der Turm ist mehr als nur ein Wahrzeichen?“
„Genau. Er ist das Zentrum einer versteckten Macht, die seit Jahrzehnten im Verborgenen agiert. Und die Karte, die ihr gefunden habt, ist der Schlüssel zu dieser Wahrheit.“
Haruto schüttelte den Kopf, ungläubig. „Aber warum sollten sie uns dann jagen? Wir sind doch nur ein paar Schüler.“
„Weil ihr die Einzigen seid, die das Rätsel entschlüsseln können. Und weil ihr zu nah an die Wahrheit gekommen seid“, antwortete Saito leise. „Ich musste euch warnen – diese Leute schrecken vor nichts zurück.“
Plötzlich vibrierte Harutos Handy heftig. Eine neue Nachricht blinkte auf: „Wissen ist Macht – und ihr seid zu weit gegangen.“
„Das war’s“, murmelte Aiko. „Sie wissen, dass wir hier sind.“
„Wir müssen uns trennen“, schlug Saito vor. „So können wir ihre Aufmerksamkeit aufteilen und vielleicht entkommen. Ich werde versuchen, mehr über die Organisation herauszufinden und euch später Informationen zukommen lassen.“
Renji sah seine Freunde an, das mulmige Gefühl in der Magengegend wurde stärker. „Also gut. Aber wir bleiben in Kontakt. Und wir geben nicht auf, egal was passiert.“
„Versprochen“, sagte Aiko und drückte die Hand von Renji fest.
Sie verteilten sich in verschiedene Richtungen, jeder auf seine eigene Mission – doch die Schatten der Organisation schienen ihnen überall zu folgen.
Als Haruto durch eine enge Gasse rannte, blieb er plötzlich abrupt stehen. Vor ihm lag ein weiteres Puzzlestück – eine kleine, unscheinbare Metallkassette mit einem altmodischen Symbol, das er sofort erkannte: das gleiche blutrote Zeichen von der Karte.
Er hob die Kassette auf und spürte, wie sich das Gewicht des Geheimnisses auf seinen Schultern niederließ. „Was zum...“, flüsterte er, als sein Handy erneut vibrierte. Diesmal war es keine Nachricht – sondern ein Anruf. Die Nummer war anonym. Zögernd nahm er ab.
„Du hast etwas, das uns gehört“, sagte eine kalte Stimme am anderen Ende der Leitung. „Gib es zurück, bevor es zu spät ist.“
Haruto schluckte schwer. „Das Spiel ist noch lange nicht vorbei.“