Der nächste Morgen begrüßte Éloïse, Théo und Marceau mit strahlendem Sonnenschein – ein perfekter Tag, um endlich Klarheit in die Sache zu bringen. Théo hatte sich fest vorgenommen, Éloïse seine Liebe zu gestehen. Und was wäre romantischer als der Sacré-Cœur, mit Blick über ganz Paris?
„Heute wird alles anders“, murmelte Théo, während er nervös an seinem Hemd zupfte. „Kein Chaos, keine Missgeschicke. Nur ich, Éloïse und die Stadt der Liebe.“
Marceau grinste breit. „Klingt zu schön, um wahr zu sein. Ich wette, irgendwas geht schief. Willst du, dass ich mitkomme und alles dokumentiere?“
„Nein, nein, das wird perfekt!“, versicherte Théo hastig und schob Marceau aus der Tür. „Bleib einfach in der Nähe, falls was schiefgeht.“
Oben auf dem Hügel angekommen, suchte Théo den idealen Platz aus – direkt vor der weißen Basilika, mit dem Panorama von Paris im Hintergrund. Éloïse war ahnungslos, lächelte verträumt und bewunderte die Aussicht.
„Weißt du, Éloïse…“, begann Théo, doch kaum hatte er den Mund geöffnet, rutschte er auf einem losen Stein aus und landete unsanft auf seinem Hintern. Éloïse starrte ihn entsetzt an, dann brach sie in ein lautes Lachen aus.
„Oh Mann, Théo! Du bist unmöglich!“, kicherte sie, während er sich den Staub aus den Haaren klopfte. „Na gut, versuch’s nochmal.“
Er räusperte sich und stellte sich diesmal sorgfältig auf, doch kaum wollte er sprechen, krachte hinter ihnen ein kleiner Souvenirstand um – ein ganzer Turm aus Mini-Eiffeltürmen, Schlüsselanhängern und Postkarten fiel krachend zu Boden.
„Oh nein!“, rief Marceau, der plötzlich neben ihnen auftauchte und hektisch versuchte, die herunterfallenden Souvenirs zu retten. „Ich wollte doch nur ein Foto machen!“
Éloïse schüttelte lachend den Kopf. „Du bist der einzige, der es schafft, einen Souvenirstand zu sprengen.“
Théo fühlte, wie die Nervosität wieder in ihm hochstieg. „Okay, nochmal von vorne.“ Er nahm Éloïses Hände, sah ihr tief in die Augen und begann: „Éloïse, ich…“
Doch in dem Moment zog eine dunkle Wolke über den Himmel, und ein plötzlicher Regenschauer überraschte sie. Innerhalb von Sekunden waren sie alle nass bis auf die Haut.
„Typisch Paris!“, rief Marceau und versuchte, ein zusammengefaltetes Souvenir-Regencape über den Kopf zu ziehen, das natürlich viel zu klein war.
„Oh Mann, das gibt’s doch nicht!“, fluchte Théo, während Éloïse lachte und die nassen Tropfen von ihrem Gesicht wischte.
„Na, wenn das kein Zeichen ist, dass du es nochmal versuchen musst“, grinste sie und zwinkerte ihm zu.
Théo atmete tief durch, obwohl ihm der Regen in die Augen lief. „Éloïse, ich wollte dir sagen, dass du mir unglaublich wichtig bist. Mehr als nur eine Freundin – ich…“
Plötzlich schnappte sich Marceau eine heruntergefallene Souvenir-Eiffelturm-Spitze und hielt sie triumphierend hoch. „Ich hab’s!“, rief er, „Der perfekte Ringhalter! Théo, du kannst ihr den Ring doch hier dran binden!“
Théo blickte verzweifelt zwischen dem nassen Souvenir und Éloïse hin und her. „Moment mal… Ich hab gar keinen Ring.“
Éloïse lachte herzhaft. „Ach, das macht doch nichts. Deine Worte sind das Wichtigste.“
Gerade wollte Théo weitersprechen, da hörten sie ein lautes Quietschen: Ein kleiner Hund rannte direkt auf sie zu, sprang an Éloïse hoch und schüttelte sich heftig – natürlich genau in Théos Richtung.
„Oh nein, nicht jetzt!“, rief Théo und wich dem nassen Hundekörper aus, der ihn fast umwarf.
Éloïse bückte sich lachend, um den Hund zu streicheln, während Marceau versuchte, ihn einzufangen – allerdings stolperte er und fiel rückwärts in einen Mülleimer, der prompt umfiel und eine Wolke aus Papier und Tüten freisetzte.
„Okay, das ist jetzt wirklich zu viel“, keuchte Théo, der sich vom Boden aufrappelte und Éloïse verzweifelt ansah. „Vielleicht sollte ich das mit der Liebeserklärung verschieben.“
Doch Éloïse legte ihm sanft die Hand auf den Arm. „Weißt du was?“, sagte sie lächelnd. „Das hier ist vielleicht das chaotischste Geständnis aller Zeiten – aber genau deswegen wird es unvergesslich.“
Théo grinste und nahm all seinen Mut zusammen. „Éloïse, ich liebe dich. Verrückt, chaotisch und alles dazwischen – aber mit dir will ich das Abenteuer leben.“
In diesem Moment hörten sie ein lautes Krachen: Der kleine Souvenirstand, der gerade eben schon mal fast umgefallen war, wurde von einem vorbeilaufenden Touristen erneut umgestoßen. Diesmal flogen die Mini-Eiffeltürme wie Konfetti durch die Luft.
Éloïse lachte und zog Théo lachend zu sich. „Na, wenn das kein guter Anfang ist.“
Marceau, immer noch halb in der Mülltonne steckend, rief: „Wartet, ich hab das Gefühl, das ist erst der Anfang vom Chaos!“
Und tatsächlich, während der Regen wieder einsetzte und die Touristen sich hastig unterstellten, blitzte am Himmel plötzlich ein greller Blitz – und irgendwo in der Ferne ertönte ein Donnerschlag.
„Oh je, das wird ein langer Tag“, murmelte Théo, während sie zusammen unter einem kleinen Vordach Zuflucht suchten.
Doch trotz allem wusste er: Dieses chaotische Geständnis würde er nie vergessen. Und vielleicht, nur vielleicht, war das genau das, was Éloïse auch wollte.
Gerade, als sie sich näherkamen, ertönte plötzlich ein schrilles Piepen aus Marceaus Tasche. „Was jetzt schon wieder?“, stöhnte er und zog sein Handy hervor – doch der Bildschirm zeigte nur ein blinkendes, rotes Warnsignal.
„Leute, ich glaube, das Chaos hat noch nicht genug von uns…“